Geldanlage – welche Möglichkeit ist die richtige für mich?

Diese Frage kann nicht so einfach beantwortet werden. Dazu ist es erst einmal notwendig zu wissen, welche Ziele derjenige verfolgt, der sein Geld anlegen möchte.

Kurzfristige Anlagedauer

Will jemand sein Geld nur kurzfristig anlegen und schon bald wieder darüber verfügen können, steht der Kapitalerhalt im Vordergrund. Für eine solche Anlagedauer eignen sich nur Tagesgeldanlagen oder Termineinlangen. Nur bei diesen Anlagen ist die Sicherheit des Kapitals bis zu 50 000 Euro je Kreditinstitut garantiert. Alle anderen Kapitalanlagen können schwanken und dazu führen, dass in der kurzen Anlagedauer entsprechende Werteinbußen auftreten.

Längerfristige Anlagen für sicherheitsorientierte Anleger

Für Anleger, die auf eine hohe Sicherheit der Erträge und der Rückzahlung des Kapitals Wert legen, kommen nur festverzinsliche Anlagen in Frage. (Rentenpapiere) Aber auch innerhalb dieses Bereiches gibt es unterschiedliche Sicherheitsstufen von AAA+ (beste Bewertung) bis hinunter zu DDD- (schlechteste Bewertung). Insbesondere bei den zuletzt genannten Anlagen muss das Risiko in Betracht gezogen werden, dass der Emittent (das ist derjenige der dieses Wertpapier herausgegeben hat und für die Zinszahlung und Kapitalrückzahlung einzustehen hat) möglicherweise während der Anlagedauer zahlungsunfähig wird und weder die Zinsen noch das Kapital zurückgezahlt werden. Die sichersten Papiere sind deshalb inländische Hypothekenpfandbriefe (gesichert im Bereich bis zu 60% des Objektwertes, im Insolvenzfall vorrangig zu bezahlen) und die Staatsanleihen. Obwohl festverzinsliche Wertpapiere mit längeren Laufzeiten ausgestattet sind, so können diese doch börsentäglich zu Bargeld gemacht werden, wobei dann aber eine Rückzahlung des Kapitals zu 100% nicht garantiert ist, sondern nur der tagesaktuelle Börsenwert bezahlt wird.

Die Sicherheit dieser Geldanlage kann gesteigert werden, indem man nicht eine einzelne Anleihe kauft, sondern in einen Rentenfonds investiert, der das Geld auf eine Vielzahl festverzinslicher Wertpapiere streut.

Kapitalanlagen für Anleger, die bereit sind überschaubare Risiken einzugehen

Für diese Anleger sind Anlagen in Aktienfonds die richtigen Anlagen, wobei auch hier unterschiedliche Risikostufen möglich sind. Die geringsten Risiken weisen die “Blue-Chips-Fonds” auf, die nur in die bekanntesten und gewinnstärksten Unternehmen investieren (DAX-Werte, Dow-Jones-Werte). Spezialfonds, die nur in besonderen Märkten oder nur in ausgewählten Regionen investieren, wollen die Chancen in diesen speziellen Sektoren ausnutzen. Sie können dadurch höhere Erträge erzielen aber auch höhere Verluste hinnehmen müssen. Allen Fonds ist gemeinsam, dass man durch die Streuung erreichen will, dass einzelne Verluste durch entsprechende Gewinne bei den anderen Anlagen ausgeglichen werden.

Chancenreichere Anlagen

Direktanlagen in Aktien, Edelmetallen, Währungen bieten im Regelfall Chancen auf deutlich höhere Gewinne. Diese Chancen sind aber auch mit entsprechend höheren Verlustrisiken verbunden. Auch ein Totalverlust ist möglich.

Hochspekulative Anlagen: Derivate

In diesen Bereichen braucht der Anleger nur einen Bruchteil des Geschäftswertes hinzulegen, ist aber an den Gewinnen und Verlusten des Geschäftswertes zu 100% beteiligt. Bewegt sich der dem Geschäft zu Grunde liegende Wert um 1% und der Anleger musste nur 10% des Wertes (Margin) bezahlen, so erzielt der Anleger ohne die Transaktionskosten in Rechnung zu ziehen, 10% Gewinn oder 10% Verlust. Dies bedeutet auf seinen Anlagebetrag 100% Gewinn oder 100% Verlust. Bei diesen Anlageformen kann der Verlust somit ein Vielfaches des Geldes betragen, das man anlegen wollte. Deshalb sollte man in diesem Bereich nur mit einem minimalen Anteil seines Anlagebetrages agieren.

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